Jahresrückblick 2025

Jahresrückblick, kein Rückzug sondern Klarheit

Ich schreibe diesen Rückblick nicht, weil es gerade „dran ist“.
Ich schreibe ihn, weil dieses Jahr einiges deutlich gemacht hat über meine Arbeit, über mich und über die Zeit, in der wir leben.

Es war kein leichtes Jahr.
Aber eines, das ehrlich war.
Und Ehrlichkeit ist mir wichtiger als ein glatt formulierter Jahresabschluss.


Was dieses Jahr wirklich besonders war

Ein echtes Highlight war der erste Trommelbaukurs mit der urspirituellen Schamanin Dalila.
Und nein, das war kein kreativer Bastelnachmittag.
Das war Tiefe und Prozess.
Zu erleben, wie Menschen sich auf diese Arbeit einlassen und wie aus Material etwas Lebendiges entsteht, war kraftvoll und genau so, wie es sein soll.


Dann mein 4-jähriges Bestehen.
Vier Jahre Laden. Vier Jahre nicht aufgegeben.
Wer glaubt, das sei heute selbstverständlich, hat noch nie ein kleines Fachgeschäft geführt.
Für mich war dieses Jubiläum kein Grund für Glitzer sondern für ein stilles, klares: Ich bin noch da.


Überraschend – und ehrlich gesagt auch ziemlich gut – war der Erfolg meiner Videobotschaften zur Creme von Farfalla.
Ich bin keine Selbstdarstellerin.
Ich erkläre lieber, als mich zu inszenieren.
Dass genau diese Ehrlichkeit und Authentizät so gut angekommen ist, hat mir gezeigt: Es gibt sie noch, die Menschen, die Inhalt vor Oberfläche stellen. Natürlich, wurde auch ganz schön abgelästert doch in meinem letzten Video (zu sehen auf Instagram) sage ich ganz öffentlich meine Meinung zu diesen Menschen!


Ein Abend ohne Gedöns

Zwischen all dem beruflichen Rückblick gab es in diesem Jahr auch einen ganz persönlichen Moment, der mir noch lange nachgegangen ist:
mein Klassentreffen am 8. November – 50 Jahre Einschulung.

Ja, diese Zahl klingt erst mal nach Nostalgie. War es aber nicht.

Es war ein richtig geiler Abend.
Keine Spielchen, kein Vergleichen, kein „Schau mal, was ich erreicht habe“ – nix mit: mein Haus….mein Auto….mein Boot….😉
Stattdessen ehrliche Gespräche, viel Lachen und Menschen, die nichts mehr beweisen mussten.

Wir haben über Wege gesprochen, über Umwege und darüber, was das Leben so aus einem macht.
Offen und Echt.

Dieser Abend hat mir noch einmal sehr klar gezeigt, wie wertvoll echte Begegnungen sind.
Vielleicht war es genau diese Erfahrung, die mich in den Wochen danach noch bewusster in die Tiefe geführt hat.


Der zweite Trommelbaukurs war keine Wiederholung, sondern eine Vertiefung.
Und wieder diese Bestätigung: Solche Angebote braucht es, nicht massentauglich, einfach echt.


Ein weiterer starker Moment war das Tagesseminar „Schamanisches Reisen“.
Kein Event. Kein Spektakel. Sondern ein Tag mit Tiefe und echter innerer Arbeit.
Solche Tage erinnern mich immer wieder daran, warum ich diesen Weg gehe und keinen anderen.


Weihnachtsmarkt in meiner Heimat – ein echtes Weihnachtswunder

Ein weiterer besonderer Punkt in diesem Jahr war mein Stand auf dem 30. Fahrenbacher Weihnachtsmarkt in meiner Heimat Fahrenbach im Odenwald.

Dieser Weihnachtsmarkt ist kein kommerzielles Event, sondern ein echtes Gemeinschaftsprojekt, getragen von der Fördergruppe Fahrenbacher Weihnachtsmarkt und vielen engagierten Ehrenamtlichen.
Das Besondere: Der gesamte Erlös wird an bedürftige Menschen in der eigenen Gemeinde gespendet.

Bei diesem 30. Weihnachtsmarkt konnten 25.000 Euro gesammelt werden, die 20 Personen und Familien zugutekamen, mit denen es das Schicksal zuletzt nicht gut gemeint hat.
Nicht anonym, sondern direkt vor Ort.
Das ist es, was diesen Markt zu einem echten Weihnachtswunder macht.

Ich war bereits zum vierten Mal eingeladen, dort mit meinem Stand dabei zu sein. Zwei Tage lang entstand eine Atmosphäre, in der Menschen nicht nur einkaufen, sondern stehen bleiben, ins Gespräch kommen und füreinander da sind. Wertschätzend & respektvoll jedem Standbetreiber gegenüber. Tolle Menschen! Gerade in einer Zeit, in der vieles schnell, anonym und online passiert, war das für mich etwas sehr Wertvolles.


Raunächte, warum ich dieses Jahr bewusst nicht öffentlich mitgemacht habe

Ein Punkt, bei dem ich dieses Jahr sehr klar war, sind die Raunächte.
Und nein, nicht aus Desinteresse, sondern aus Respekt.

Was sich rund um die Raunächte entwickelt hat, empfinde ich inzwischen als problematisch.
Programme, Challenges, Produkte, tägliche Begleitung: alles hübsch verpackt, modernisiert und vermischt.
Hauptsache, es verkauft sich.

Dabei stehen die Raunächte ursprünglich für das genaue Gegenteil:
für Rückzug, Stille, Innehalten.
Für eine Zeit außerhalb des Alltags.
Nicht zum Optimieren, sondern zum Abschließen.

Ob man die später entstandenen, christlich geprägten Raunächte betrachtet
oder die ursprünglichen vorchristlichen Schwellenzeiten –
ihr Kern ist eindeutig:
weniger Tun, mehr Sein.

Mich stört, wie sehr unsere eigenen europäischen Wurzeln dabei verwässert werden.
Alles wird vermischt, modernisiert und spirituell aufgehübscht, bis kaum noch erkennbar ist, woher es eigentlich stammt.

Und dann wundert man sich, dass wir hier in Europa
nur noch schwammige, verklärte Erinnerungen an unsere eigenen Traditionen haben.

Ich bin Europäerin.
Meine Wurzeln liegen hier.
Ich brauche kein Inka-Wissen, keine Amazonas-Schamanenkonzepte
und keine importierten Rituale, um Übergangszeiten zu verstehen.

Die Raunächte brauchen keine Klangschalen, keine Armbändchen und keine geführten Programme.

Sie brauchen Ruhe.
Ehrlichkeit.
Und Respekt vor dem Ursprünglichen.

Deshalb habe ich mich diesem Hype entzogen. Nicht aus Ablehnung – sondern einfach, weil irgendwann Genug ist. Nächstes Jahr werde ich vielleicht wieder einen Abend gestalten, der dann natürlich wieder mit den wirklichen Traditionen zu tun hat ☺️


Ladenleben heute: unbequem, aber notwendig ehrlich

Jetzt Klartext.
Ein stationäres Ladengeschäft zu führen, ist heute kein romantisches Abenteuer mehr.
Die meisten wollen schnell. Billig. Sofort.
Bestellen bei Online-Riesen, ohne nachzudenken,  Hauptsache morgen da.

Nachhaltigkeit, Qualität, Herkunft? Oft zweitrangig. Wenn überhaupt.

Gerade im Bereich Räuchern und Aromatherapie halte ich das für gefährlich.
Hier geht es nicht um Dekoration oder Trends.
Hier geht es um Pflanzenkräfte, um Wirkung, Wissen und Verantwortung.

Ja, auch ich habe einen Online-Shop. Und natürlich kann dort jeder bestellen.

Aber:
Diese Arbeit erschließt sich nicht allein über einen Bildschirm.

Man muss riechen. Ausprobieren. Vergleichen, Fragen stellen dürfen und auch Antworten bekommen, die vielleicht nicht bequem sind.

Gute Beratung ist kein Extra. Sie ist notwendig.
Ein Duft entscheidet sich nicht im Warenkorb.
Er entscheidet sich im Erleben.

Mein Laden ist deshalb kein Point of Sale.
Er ist ein Ort für Austausch, Erfahrung und ehrliche Gespräche.
Und genau daran halte ich fest auch wenn es anstrengender ist.


Was ich gelernt habe

Ich habe gelernt, dass ich mich nicht verbiegen muss, um mitzuhalten.
Nicht alles, was laut ist, ist richtig.

Ich habe gelernt, dass Tiefe Zeit braucht.
Und dass das kein Makel ist.

Ich habe gelernt, dass Sichtbarkeit Mut kostet,
aber sich zu verbiegen auf Dauer mehr.

Ich habe gelernt, dass Qualität ihren Weg findet.
Nicht zu allen. Aber zu den richtigen Menschen.

Und ich habe gelernt, dass mein Weg vielleicht nicht der einfachste ist,
aber einer, hinter dem ich stehen kann.
Ohne Erklärungen. Ohne Rechtfertigungen.


Wer lieber erlebt als konsumiert, findet im neuen Jahr auch wieder meine Kurse und Seminare. Ohne Show. Ohne Schnickschnack. Aber mit Tiefe.

Für das neue Jahr wünsche ich uns allen weniger Hype, mehr Haltung und den Mut, wieder zu unseren eigenen Wurzeln zurückzufinden.

1 Gedanke zu „Jahresrückblick 2025“

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